Arbeitgeberbewertungen auf Kununu verbessern – 3 einfache Schritte

Arbeitgeberbewertungen auf Kununu verbessern – 3 einfache Schritte

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Daniel Beuschel

Inzwischen sind Unternehmen in vielen Bereichen transparent. Jeder kann sie bewerten und damit seine Meinung kundtun. Das gilt einerseits für Kunden, immer häufiger nutzen aber auch Angestellte die Möglichkeit ihren (ehemaligen) Arbeitgeber zu bewerten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist ein positiver Eindruck auf Kununu und anderen Bewertungsportalen immer wichtiger. Um sich einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Mitbewerbern zu verschaffen, sollten den Arbeitgeberbewertungen also unbedingt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Unsere Kununu Bewertung

Wir selbst sind auf Kununu mit 4,9 Sternen bewertet (Stand Juli 2022). In Folge dessen haben wir dieses Jahr auch den „Kununu Top Company Award 2022“ erhalten, was uns natürlich sehr stolz macht und auch nach außen hin zeigt, dass wir vieles richtig machen. Als Dienstleistungsunternehmen im Personalrecruiting versuchen wir mit gutem Beispiel voran zu gehen, denn wir betrachten unsere Mitarbeiter als höchstes Gut. Bei uns ist Mitarbeiterzufriedenheit ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur und wir versuchen stetig diese weiter zu verbessern. Wie auch Sie mit mehr System ihre Mitarbeiterzufriedenheit und in Folge dessen ihre Arbeitgeberbewertungen verbessern können, möchte ich Ihnen ein wenig näher bringen. Dabei möchte ich Ihnen auch Möglichkeiten aufzeigen, eventuelle schlechte Bewertungen wieder loszuwerden.

Warum sind Arbeitgeberbewertungen auf Kununu so wichtig?

Kununu ist in Deutschland der Platzhirsch, wenn es um Arbeitgeberbewertungen geht. Es gibt noch ein paar kleinere Plattformen, etwa glasdoor.de, die sind aber bei weitem nicht so reichweitenstark. Insgesamt hat die Anzahl der abgegebenen Bewertungen in den letzten Jahren mit einer Wachstumsrate von etwa 30-40 Prozent zugenommen.

Nicht nur, dass die Masse der Arbeitgeberbewertungen wächst, sie werden auch immer wichtiger für die Entscheidungsfindung der Bewerber. Umfragen verdeutlichen, dass bereits die Hälfte aller Bewerber Kununu Bewertungen liest. Von diesen lassen sich dann etwa 80 Prozent in ihrer Entscheidung beeinflussen.

Bewertete Arbeitgeberprofile werden bei der Entscheidungsfindung für Bewerber immer wichtiger

Bewertete Arbeitgeberprofile werden bei der Entscheidungsfindung für Bewerber immer wichtiger

 

Die Nutzungshäufigkeit von Kununu schwankt allerdings sehr stark, je nach Art des Jobs und dem Alter der Bewerber. Vor allem bei technikaffinen Stellen kann fast schon sicher davon ausgegangen werden, dass das Kununu Profil vorab besucht wurde.

Kann der Arbeitgeber sich einer Bewertung entziehen?

Nicht immer fallen die Bewertungen auf Kununu entsprechend den Vorstellungen des Arbeitgebers aus. Leider kann sich kein Unternehmen der Bewertung entziehen. Somit hilft es auch nicht, gegen eine grundsätzliche Listung auf Bewertungsportalen vorzugehen. Jeder hat in Deutschland die Freiheit, seine Meinung kundzutun und eben auch niederzuschreiben. Bewertungsplattformen bieten hierfür lediglich das passende Sprachrohr.

Wie kann ein Unternehmen seine Arbeitgeberbewertungen verbessern?

Mit einer Bewertung von 3,5 liegt man bei Kununu ziemlich in der Mitte, mit 3,1 und darunter gehört man eher zu den „schlechten“ Unternehmen und ab 3,8 Sternen ist man im oberen Drittel angekommen. Ziel sollte es auf jeden Fall sein, mit mindestens 4 Sternen ausgezeichnet zu werden. Damit hat man die psychologisch wichtige „4“ vor dem Komma erreicht, was definitiv Eindruck bei potentiellen Bewerbern macht.

Die durchschnittliche Bewertungsverteilung aller Unternehmensprofile bei Kununu

Die durchschnittliche Bewertungsverteilung aller Unternehmensprofile bei Kununu

 

Was aber kann man tun, wenn die Bewertungen nicht so ausfallen wie man es sich als Unternehmen wünscht? Insbesondere Unternehmen, die sich lange nicht um solche Dinge gekümmert haben, stehen hier vor einer nicht ganz so einfachen Herausforderung.

Um die eigene Arbeitgeberbewertung auf Kununu zu verbessern bieten sich folgende 3 Schritte an:

  1. Schlechte Bewertungen nach Möglichkeit löschen lassen
  2. Kurzfristig gute Arbeitgeberbewertungen generieren
  3. Langfristig Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen schaffen

Wie kann ich schlechte Bewertungen bei Kununu löschen lassen?

Die schlechte Nachricht vorab: Einfach so kann man Arbeitgeberbewertungen nicht löschen lassen. Sie fallen, wie bereits erwähnt, unter die individuelle Meinungsfreiheit und sind somit gesetzlich geschützt. Folglich muss jedes Unternehmen mit den ihm gegebenen Bewertungen leben.

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen und diese sollte man gut prüfen. Denn jede gelöschte schlechte Kununu Bewertung kann zu einem signifikant besseren Employer Branding führen. Betrachten wir also welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um schlechte Bewertungen löschen zu können.

Die leichteste Möglichkeit ist es, wenn ein Verstoß gegen die Kununu-Richtlinien vorliegt. Hierbei sind vor allem folgende Punkte entscheidend:

  • Derjenige, der die Bewertung abgibt, war weder im Unternehmen beschäftigt, noch hat er sich irgendwann dort beworben
  • Es werden in der Bewertung Namen oder andere personenbezogene Daten genannt
  • Der Bewertende äußert sich auf eine beleidigende, diskriminierende oder rufschädigende Art und Weise
  • Es werden firmeninterne Informationen preisgegeben oder auf andere Weise der Datenschutz verletzt

Über den Kununu Richtlinien steht selbstverständlich noch das Gesetz, welches ebenfalls eine Löschung des Kununu Eintrags zur Folge haben kann. Hier kommen vor allem zwei Tatbestände in Betracht:

  • Werden in einer Bewertung falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, so müssen diese gelöscht werden. Diese Behauptungen müssen allerdings mit Beweisen widerlegt werden können. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Behauptung, dass die Gehälter nicht in voller Höhe oder zu spät ausgezahlt werden würden. Das lässt sich durch Kontoauszüge sehr leicht widerlegen und damit steht einer Löschung nichts im Wege.
  • Des Weiteren kann der Eintrag aufgrund des Tatbestands der Schmähkritik gelöscht werden. Dahinter steht eine Sonderform der Beleidigung. Hierzu muss jedoch gesagt werden, dass die Grenzen zur Meinungsfreiheit fließend sind. Entsprechend steht in der Regel eine Einzelfallentscheidung an, was die Erfolgsaussichten auf eine Löschung der Bewertung schwinden lässt.

Egal aus welchem der aufgeführten Gründe Sie sich für eine Löschung der Arbeitgeberbewertung stark machen wollen, es ist immer ratsam sich rechtlich unterstützen zu lassen. In der Regel werden die Kosten von der Rechtschutzversicherung übernommen. Auch gibt es zahlreiche Kanzleien, die sich auf solche Fälle spezialisiert haben und günstige Paketangebote bieten.

Da insbesondere sehr unzufriedene Mitarbeiter oder ehemalige Angestellte bei ihren Bewertungen gerne über das Ziel hinaus schießen, sollte eine Löschung zumindest geprüft werden. Ist eine Löschung bei Kununu allerdings nicht möglich, so sollte zumindest entsprechend seitens des Arbeitsgebers mit einer Richtigstellung oder einem entsprechendem Kommentar reagiert werden.

Kurzfristig gute Arbeitgeberbewertungen generieren

Nachdem die schlechten Bewertungen so weit es geht gelöscht sind, sollten im nächsten Schritt gute Bewertungen aufgebaut werden. Gerade wenn die nächste Einstellungswelle bevor steht, dann sollte das möglichst schnell geschehen. Hierfür gibt es in meinen Augen einen sehr einfachen Weg.

Eines vorweg: Ich würde auf jeden Fall davon Abstand halten, Bewertungen zu fälschen, denn das kann – neben dem moralischen Aspekt – unerwünschte Konsequenzen haben. Der moderne Internetnutzer merkt ein solches Gebaren in aller Regel sehr schnell und dann kippt das ganze Vorhaben rasch in eine unschöne Richtung. Das erwünschte Vertrauen in das Unternehmen weicht einer grundsätzlichen Skepsis.

Besser ist es, nach wahren Fürsprechern zu suchen. In fast jedem Unternehmen gibt es Menschen, die zu 100 Prozent loyal hinter dem Unternehmen stehen. Genau diese gilt es zu identifizieren. Es spricht auch nichts dagegen, wenn die Mitarbeiter der HR-Abteilung oder die Geschäftsführung selbst Bewertungen abgeben. Allerdings sollte dies transparent geschehen und die entsprechende Jobbezeichnung angegeben werden.

Wenn man sich gezielt Befürworter sucht, dann sollte man das besser nicht im Unternehmen öffentlich machen. Besser wäre es, die Mitarbeiter einzeln anzusprechen, ihnen die Situation offen zu erklären und sie um Unterstützung zu bitten. Idealerweise schickt man im Anschluss gleich einen passenden Link zum Unternehmensprofil, so macht man es ihnen am leichtesten.

Es hat sich zudem gezeigt, dass Kununu Bewertungen besser ausfallen, wenn man seine Mitarbeiter direkt darauf anspricht und um Mithilfe bittet. Der Vorteil liegt darin, dass man sie in einem guten, freundschaftlichen Moment erwischt. Folglich können auch interne Rundschreiben mit der Bitte um eine Bewertung des Unternehmens dabei helfen, den Status quo schnell zu verbessern.

Langfristig Mitarbeiterzufriedenheit steigern

Auf Dauer wird man jedoch nicht darum herumkommen, Taten folgen zu lassen. Mitarbeiterzufriedenheit fällt leider nicht vom Himmel, sie muss in den meisten Fällen erarbeitet werden. Wer sicher gehen möchte, dass er weitestgehend positive Arbeitgeberbewertungen auf Kununu erhält, der sollte seine Mitarbeiter auch entsprechend behandeln.

Die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern hat insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels erheblich Vorteile. Neue Arbeitskräfte sind schwer zu finden und selbst dann müssen sie noch für die speziellen Anforderungen des Unternehmens angelernt werden. Somit spart jeder nicht neu zu akquirierende Mitarbeit bares Geld und fördert die Qualität der eigenen Arbeit.

Auch wenn es die ISO DIN EN 9001 (Qualitätsmanagementsystem) nicht explizit vorschreibt, so ist es nur mehr als sinnvoll, die Mitarbeiterzufriedenheit beim Qualitätsmanagement mit anzusiedeln. Auch hier generiert man idealerweise einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess und integriert diesen fest in den jährlichen Ablauf. Der klassische PDCA-Zyklus lässt sich auch auf das Thema Mitarbeiterzufriedenheit anwenden.

Der klassische PDCA-Zyklus lässt sich auch für die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit anwenden

Der klassische PDCA-Zyklus lässt sich auch für die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit anwenden

 

Wie könnte das aussehen? Der erste Schritt ist es, um die Mitarbeitersituation zu wissen. Entweder man entwickelt einen Fragebogen, was für größere Unternehmen sinnvoll ist, oft genügt es aber auch, mit jedem Mitarbeiter ein offenes Gespräch zu führen. Ziel sollte es aber nicht sein, zu hören wie gut alles läuft. Jetzt ist aktiv Zeit für Kritik, derer man sich im Anschluss annehmen kann. Wertet man diese Gespräche oder auch die Fragebögen aus, so bekommt man recht schnell einen guten Blick für jene Punkte, die im Argen liegen.

Selbstverständlich ist es bereits ein guter Schritt ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter zu haben, allerdings verpufft auch das ins Gegenteil, wenn der Befragung und damit in die darin gesetzten Hoffnungen keine Taten folgen. Die aus der Analyse der Befragung resultierenden Maßnahmen können sowohl allgemeiner, wie auch individueller Natur sein. Speziell gesundheitsfördernde Maßnahmen rechnen sich dank weniger Fehltage schnell.

Am Ende des Jahres sollte man die Zufriedenheit dann zur Kontrolle erneut abfragen und sehen, ob sich Verbesserungen eingestellt haben. Vielleicht haben sich auch neue Problemfelder entwickelt oder die Prioritäten verschoben. Somit hat man aus der Kontrolle gleich den Anstoß für die Arbeit des nächsten Jahres gesetzt.

Wichtig ist: Es braucht jemanden, der sich darum kümmert. Diese Person muss einerseits mit der notwendigen Zeit, aber auch mit dem passenden Budget ausgestattet werden. Der Einsatz sollte sich aber lohnen. Sehr schnell schon sollten die Arbeitgeberbewertungen auf Kununu deutlich besser ausfallen. Das wiederum senkt nicht nur die Fluktuation im Unternehmen, es erleichtert auch die Einstellung von neuen Mitarbeitern.

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