Logistik – Einer Branche fehlt es an Menschlichkeit

Logistik – Einer Branche fehlt es an Menschlichkeit

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Daniel Beuschel

Wir reden in der Öffentlichkeit über Pflegekräfte und wie knapp unsere Altersheime und Krankenhäuser mit Personal ausgestattet sind. Noch dringender werden jedoch LKW-Fahrer gesucht – der Mangel ist in der Öffentlichkeit allerdings noch lange nicht so angekommen. Das wird sich in den nächsten Jahren aber mit Sicherheit noch ändern. Für alle, die etwas gegen ihren Fahrermangel tun möchten – hier ein paar Tipps aus unserer täglichen Erfahrung als Vermittler von LKW-Fahrern.

So schaut der LKW-Fahrer-Markt aus

Betrachtet man den durchschnittlichen LKW-Fahrer in Deutschland so erkennt man, dass diese nicht mehr die jüngsten sind. Das Durchschnittsalter liegt bei fast 50 Jahren. Immer mehr Alte gehen zudem in den wohlverdienten Ruhestand, es fehlt aber der Nachwuchs. Kaum noch jemand mag den Job als LKW-Fahrer machen. Der Beruf hat ein Imageproblem, es ist einfach nicht mehr cool auf dem Bock zu sitzen und durch die Lande zu fahren. Es ist weniger die große Freiheit, die einen Anzieht, es sind vielmehr die täglichen Spießrutenläufe auf den Touren, die abschrecken.

Kaum eine Tätigkeit ist zudem so männlich dominiert wie bei den Berufskraftfahrern. Das inzwischen obligatorische (m/w/d) bei LKW-Fahrer Stellenanzeigen klingt fast schon zynisch, wenn man weiß, dass nur etwa 2(!) Prozent aller europäischen Kraftfahrer weiblich sind. Hier bleibt sehr viel Potential auf der Straße liegen, obwohl die körperliche Arbeit dank elektrischer Be- und Entladehilfsmittel oft nicht mehr ein entscheidendes Kriterium darstellt.

Wir können auch nicht mehr unendlich von Fahrern aus dem EU-Ausland profitieren. Denn selbst in Rumänien, Polen und anderen häufigen Herkunftsländern gibt es einen erheblichen Fahrermangel. Wer zu Hause einen guten Job findet, der wird auch seltener seine Heimat verlassen. Hinzu kommt, dass auch andere Länder ihre inländischen Fahrer vermehrt versuchen zu halten.

Fahrermangel hat viele Gründe

Die Gründe für den Fahrermangel sind noch deutlich vielfältiger als gerade beschrieben und zum nicht zu vernachlässigenden Teil hausgemacht. Gerade am Image des Jobs lässt sich arbeiten. Denn spricht man wie wir sehr viel mit Fahrern aus allen Bereichen des Transportwesens, so sind diese in der Regel mit viel Leidenschaft dabei und gerne Berufskraftfahrer. Die (meist) Männer lieben ihren Beruf! Allerdings nicht immer ihren aktuellen Job. Nicht selten liegt es an den Vorgesetzten und den Arbeitsbedingungen oder ungerechten Gehältern zwischen den Fahrern, dass sie sich für einen Wechsel zu einer anderen Firma entscheiden.

Gerade der ungerechte Umgang gegenüber nicht deutschen Fahrern ist ein häufiger Grund, warum diese unseren Service in Anspruch nehmen. Sie wissen, dass sie sich sehr einfach vermitteln lassen und das ganz ohne Mühe. Dank Dienstleistern wie wir es sind sogar völlig ohne Aufwand und Risiko.

Keine Frage, viel funktioniert in dem Beruf über das Gehalt. Wem es egal ist, was er transportiert und ob er auch mal etwas länger unterwegs ist, der weiß auch, dass er eine entsprechende Entlohnung für seine Zeit auf der Straße verlangen kann. Als LKW-Fahrer fühlt man sich ohnehin manchmal als Lonesome Cowboy in den Weiten der Prärie und somit ist es auch egal wo man auf- und ablädt. Damit tut der Jobwechsel auch nicht so weh, wie es bei anderen Arbeitsstrukturen der Fall ist. Wer sich das bewusst macht, der weiß, dass er auf seine Fahrer aufpassen muss.

Das hilft gegen den Fahrermangel

Wir vermitteln LKW-Fahrer und zugegebenermaßen, wir profitieren von der hohen Fluktuation in der Branche. Wir haben keinen Fahrermangel, ganz im Gegenteil, bei uns melden sich mehr Fahrer, als wir vermitteln können. Alle Fahrer haben eines gemeinsam, sie sind auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen. Sie klagen uns ihr Leid und wir haben ein offenes Ohr für die Probleme. Folglich wissen wir auch wo der Schuh drückt.

Nur so viel, hier treffen Welten aufeinander: Während die Unternehmen teilweise die dringenden Wünsche ihrer Fahrer nicht (er)kennen (wollen), weiß inzwischen jeder Fahrer, dass er sich sehr schnell und einfach einen neuen Job suchen kann und diesen auch zeitnah finden wird.

Wer den Fahrermangel umgehen möchte, der kann gerne mit uns zusammenarbeiten, wir vermitteln LKW-Fahrer in alle Bereiche des Transportwesens. Alternativ sollte man aber unbedingt besser in seine Fahrer hineinhorchen, um diese nicht zu verlieren. Ein offenes Ohr und die Bereitschaft schnell Abhilfe zu schaffen können Wunder wirken. Weil ist ein Fahrer zufrieden, dann hat er auch keinen Grund für einen Wechsel. Ist er jedoch unzufrieden, dann sind Berufskraftfahrer nicht diejenigen, die mit dem Wunsch nach einem Mitarbeitergespräch die Situation verbessern wollen, sie gehen einfach – meist ohne Gründe zu nennen.

Einer Branche fehlt es an Menschlichkeit

Am Ende fehlt es oft an etwas, das für uns Menschen essentiell ist. Es fehlt an der persönlichen Bindung und einem freundschaftlichem Miteinander. Auf der Straße hat der Fahrer das nicht. Man ist jeden Tag wo anders und oft alleine unterwegs. Die Sanitäranlagen sind teils katastrophal, Stellplätze für die Nachtruhe gibt es viel zu wenig, jene mit einer ordentlichen Nachtruhe noch viel weniger. Auf der Autobahn kann man den Verkehr und seine Mitstreiter ohnehin nicht beeinflussen. Wenn jemand anruft, dann die Disposition, warum man gerade nicht fährt – Stau!

Nervt mich jetzt der Vorgesetzte oder ist die Matratze im LKW durchgelegen, dann überlegt man sich schnell, ob man sich das weiterhin antun muss. Wüsste ich aber, da ist immer jemand für mich da an den ich mich wenden kann. Jemand der mich versteht und der gerne sich um meine Anliegen kümmert, dann würde es oft nicht zu einer Kündigung kommen.

Geld muss auch nicht immer die entscheidende Rolle spielen, wenn sonst alles passt. Die Branche hat seine Menschlichkeit verloren – wer diese wiederfindet, der wird in Zukunft einen Standortvorteil mehr haben.

Alle in der Branche würden von mehr Menschlichkeit profitieren. Es wäre eine Investition in die Zukunft, weil sich vielleicht wieder deutlich mehr Menschen dafür entscheiden würden eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer zu beginnen. Denn dort wo es menschlich zugeht, da fühlt sich der Mensch auch wohl. Vielleicht wäre es ein erster wichtiger Schritt die reine Männerdomäne zu durchbrechen.

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