Die 12 größten No-Gos im Bewerbungsgespräch

Die 12 größten No-Gos im Bewerbungsgespräch

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Haben Sie es zu einer Einladung zum Bewerbungsgespräch geschafft, können Sie sich schon einmal auf die Schulter klopfen – Sie haben mit Ihrem Lebenslauf und Bewerbungsanschreiben überzeugt! Nun gilt es, auch im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen. Damit Sie nicht in unangenehme Situationen geraten oder in typische Fettnäpfchen treten, gilt es sollten Sie die folgenden Fehler im Bewerbungsgespräch zu tunlichst vermeiden. Hierfür werfen wir einen umfassenden Blick auf die größten No-Gos im Vorstellungsgespräch.

1. Unehrlichkeit und Ausreden

Ach, die ein oder andere Notlüge hat doch noch niemandem geschadet… Oder? Lassen Sie das lieber! Im Rahmen einer Untersuchung wurden 300 Führungskräfte befragt, was ihrer Meinung nach die schwerwiegendsten Fehler sind, die Bewerber*innen während des Vorstellungsgesprächs machen können. Das Ergebnis: Unehrlichkeit! Für 41% der befragten Personen sind fehlerhafte Angaben ein absolutes Tabu.

Stehen Sie zu sich und Ihrem persönlichen Lebenslauf, auch wenn es die ein oder andere Lücke gibt. Unterlassen Sie es, Stationen in Ihrer Biografie zu verschleiern, zu beschönigen oder Kompetenzen hinzuzuerfinden. Ihr Gegenüber wird in der Regel schnell merken, wenn Sie schwindeln. Seien Sie lieber von Vornherein authentisch, offen und ehrlich, um Vertrauen aufzubauen. Im äußersten Fall können Lügen im Bewerbungsgespräch sogar ein Kündigungsgrund ein, auch wenn diese erst viel später herauskommen.

Schwächen vertuschen
Auch bei der Frage: „Was sind Ihre Schwächen“ stürzen sich die meisten auf Bewerbungsfloskeln oder unauthentische Schwächen. Nicht wenige behaupten sogar, dass Sie gar keine Schwächen haben. Seien Sie ehrlich und verstecken Sie Ihre Makel nicht. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie perfekt sind! Viel wichtiger: Authentizität, denn diese Eigenschaft erweckt Sympathie! Mögen Sie es beispielsweise nicht, vor vielen Menschen zu sprechen, weil es Sie nervös macht? Dann geben Sie das ruhig zu und erwähnen Sie, dass Sie daran arbeiten möchten, beispielsweise indem Sie sich bereits zu einem Rhetorikkurs angemeldet haben. Außerdem kommt es gut an, wenn Sie erläutern, was Sie aus Ihren Fehlern gelernt haben.

2. Unpünktlichkeit

Werden Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen, ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Sie pünktlich erscheinen. Ein großer Fehler ist es, zu spät aufzutauchen. Diese Ansicht vertreten ebenso 40% der Personaler*innen. Da bringen Ausflüchte wie „Mein Bus oder meine Bahn hatte Verspätung“, „Ich war zuerst im falschen Gebäude“ oder „Ich habe verschlafen“ leider nicht viel, schließlich wird von Ihnen erwartet, dass Sie ausreichend Zeit für den Weg einplanen. Es macht daher keinen guten Eindruck, den Tagesablauf des Gegenübers durcheinander zu bringen, indem Sie mit Unpünktlichkeit glänzen. Eine Erhebung der Apotheken Umschau untermauert, dass die Deutschen Termine äußerst ernst nehmen und dies auch bei anderen voraussetzen. Diese Meinung vertraten 84,4% der Befragten.

Überpünktlichkeit kommt genauso wenig an, vor allem wenn Sie mitten in ein wichtiges Gespräch oder Meeting reinplatzen. Wenn Sie zu früh dran sind, gehen Sie doch eine Runde spazieren. Gegen ein paar Minuten zu früh spricht jedoch nichts. Informieren Sie sich vorab, wie lange Sie zum Unternehmen brauchen und planen Sie etwas mehr Zeit ein. So müssen Sie sich nicht abhetzen und sind während des Jobinterviews entspannter.

3. Klingelndes Smartphone

Es kann vorkommen, dass man sich die Chance auf seinen Traumjob versaut, selbst wenn man überzeugende Qualifikationen vorweisen kann. Vermeintlich kleine Dinge können dafür ausschlaggebend sein, wie ein klingelndes Handy während des Gesprächs. Laut einer Umfrage kann genau das der Grund für eine Absage sein, da dies Arbeitgeber*innen demonstrieren könnte, dass Sie nicht vollkommen konzentriert sind. Tatsächlich haben 27% der Befragten angegeben, dass sie dies als störend empfinden.

Um solche Situationen zu vermeiden, ist es ratsam, das Handy vorher auf lautlos zu stellen. Behandeln Sie zudem alle Personen, mit denen Sie im Bewerbungsverfahren oder Vorstellungsgespräch zu tun haben, so, wie Sie selbst behandelt werden möchten – freundlich und respektvoll. Zeigen Sie, dass Sie gut ins Team passen!

4. Unsicherheit bei der Beschreibung des Lebenslaufs

Obwohl Sie selbst am besten wissen, was Sie studiert haben, wo Sie eine Ausbildung gemacht haben und in welchen Positionen Sie tätig waren, sollten Sie das Erklären Ihrer Vita nicht unterschätzen. Ihr Lebenslauf dient als Grundlage für potenzielle Fragen zu Ihrer Person, Ihren Qualifikationen und Motivationen.

Besonders die scheinbar einfache Bitte, sich selbst vorzustellen, kann eine Herausforderung sein. Sie haben nun die Möglichkeit, sich souverän zu präsentieren und dazu gehört nicht, Ihren Lebenslauf in Stichpunkten aufzulisten. Schmücken Sie stattdessen die wichtigsten Stationen Ihres C.V. aus. Wenn es darum geht etwas über sich selbst zu erzählen, kommen viele Bewerber*innen aus dem Konzept und kriegen einen Blackout. Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, dass Sie sich mit ihrem eigenen Lebenslauf nicht gut auskennen. Für fast ein Drittel (31%) der befragten Personaler*innen ist das ein Fehler im Bewerbungsgespräch. Gehen Sie vor dem Gespräch daher Ihre Unteraalgen noch einmal gründlich durch.
Sie möchten den perfekten Lebenslauf schreiben? Hier erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen professionellen Lebenslauf verfassen und worauf es dabei ankommt.

5. Falsche oder keine Fragen stellen

Stellen Sie während des Vorstellungsgesprächs Fragen, wirken Sie motiviert und vorbereitet. Keine Fragen zu haben, sehen 27% der Personalverantwortlichen als No-Go an, denn dies deutet auf mangelndes Interesse hin. Selbstverständlich kann es vorkommen, dass manche Fragen, die Sie vorbereitet haben, sich schon im Jobinterview klären. Wichtig ist trotzdem mindestens eine tiefgehende Frage zu stellen, die sich beispielsweise auf den Arbeitsalltag oder die Zusammenarbeit im Team bezieht. Meiden Sie im Erstgespräch Fragen zu Urlaub, Gehalt und sonstigen Vorteilen, da solche Punkte auf 19% der Befragten unmotiviert wirken. Von offensichtlichen Fragen, deren Antwort auf der Unternehmenswebsite zu finden sind, sollten Sie ebenfalls absehen.
Tipp: Fragt Ihr potenzieller Arbeitgeber Sie konkret nach Ihren Gehaltsvorstellungen, sollten Sie natürlich antworten und sich weder unter Wert verkaufen noch übertreiben. Erkundigen Sie sich vorab auf Gehaltsportalen, welches Gehalt in Ihrer zukünftigen Position gängig ist.

6. Über ehemalige Arbeitgeber lästern

Es sollte klar sein, dass es bei potenziellen Arbeitgebern gar nicht gut ankommt, wenn negative Äußerungen über ehemalige oder Noch-Vorgesetzte fallen. Für 26% der Befragten ist das ein Mega-Tabu und gefährdet die Aussicht auf den Job massiv. Hüten Sie sich ebenfalls davor, Betriebsgeheimnisse aus der alten Firma auszuplaudern.

7. Sich verstellen, um vermeintlich zu gefallen

Sind Sie vor dem Bewerbungsgespräch aufgeregt? Das ist völlig verständlich und menschlich. Versuchen Sie dennoch Ihre Nervosität nicht durch Dauergrinsen, sprich unechtem Lächeln zu überspielen, sondern seien Sie authentisch. Sie dürfen ruhig zugeben, dass Sie etwas nervös sind. Das zeugt von Sympathie und signalisiert dem Arbeitgeber, dass Sie wirklich Interesse an der Stelle haben.

8. Keine angemessene Vorbereitung aufs Gespräch

Wenn Sie bei der Frage, warum Sie der oder die Richtige für die Stelle sind, ins Stottern geraten, haben Sie sich für das Vorstellungsgespräch wahrscheinlich nicht ausreichend vorbereitet. Es ist wichtig, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, was Sie erwarten könnte und sich passende Antworten zurechtzulegen.

Stellen Sie sich ebenso auf fachliche Fragen zu Ihrem Bereich, zur Branche und zum Unternehmen ein. Für 26 % der Personaler*innen sind mangelnde Kompetenzen ein klares No-Go. Proben Sie das Gespräch vorher mit einer Vertrauensperson, um Ihre Nervosität zu lindern. Merken Sie sich auch unbedingt die Namen der Ansprechpartner*innen, denn für 17% ist es ein fataler Fehler, wenn Bewerber*innen sie mit falschem Namen ansprechen oder stammeln, weil Ihnen der Name gar nicht (mehr) einfällt.
Die besten Tipps und Tricks fürs Bewerbungsgespräch verraten wir Ihnen hier.

9. Unangemessene Kleidung tragen

Das perfekte Outfit fürs Jobinterview hängt selbstverständlich von der Position und der Firma ab. In einer Bank können Sie beispielsweise mit Businesskleidung wie Hemd, Sakko, Blazer, Bluse oder Rock punkten, während diese Kleidung in einem lässigen Start-Up eher unangemessen und overdressed wirkt. Achten Sie auf saubere und faltenfreie Kleidung und suchen Sie etwas heraus, indem Sie sich wohlfühlen und das gut sitzt.

Das Outfit soll demonstrieren, dass Sie gut zum Unternehmen passen und 25% der Personalverantwortlichen nehmen unangebrachte Kleidung im Bewerbungsgespräch als Fehler wahr. Sind Sie sich nicht sicher, welches Outfit gut ankommen könnte, schauen Sie sich auf der Firmenwebsite, besonders auf der Seite mit den Mitarbeiter*innen, um. Im Zweifelsfall können Sie sich ruhig etwas schicker kleiden als potenzielle Kolleg*innen.

10. Zu wenig oder zu viel reden

Ein relevanter Punkt ist ein angebrachtes Kommunikationsverhalten. 19% können mit zu einsilbigen Antworten wenig anfangen, während 14% ausschweifendes Erzählen als unangemessen empfinden. Bedenken Sie: Mimik und Gestik gehören ebenso zur Kommunikation. Meiden Sie übertriebenes Gestikulieren und Verschränken Ihrer Arme. All diese Verhaltensmuster können einen hektischen, schüchternen, nervösen oder verschlossenen Eindruck hinterlassen. Den Blick gelangweilt schweifen zu lassen, ist ebenfalls ein Fehler, den Sie unterlassen sollten, ebenso wie breitbeiniges Sitzen und eine zu einnehmende Körperhaltung. Ein echtes No-Go ist auch dem Gegenüber ins Wort zu fallen oder alles besser zu wissen.

So verhalten Sie sich im Bewerbungsgespräch richtig:

  • Legen Sie Wert auf eine offene und aufrechte Körperhaltung.
  • Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber. Wenn Sie mit zwei Personen sprechen, schauen Sie abwechselnd beide an.
  • Hören Sie aufmerksam zu und reden Sie dann, wenn Sie dazu aufgefordert werden.
  • Betonen Sie Ihre Aussagen mit entsprechenden Gesten, aber übertreiben Sie nicht.
  • Atmen Sie einmal tief durch und denken Sie kurz nach, bevor Sie eine schwierige Frage beantworten. Sie können ruhig sagen, dass Sie über diese Frage kurz nachdenken müssen.
  • Reden Sie langsam und bewusst, anstatt wie wild drauflos zu plappern.

11. Missglückte Verabschiedung

Ein misslungener Abschluss kann Ihre Chancen auf die angestrebte Stelle senken, selbst wenn das Gespräch insgesamt gut verlaufen ist. Vermeiden Sie es, hektisch aus dem Raum zu stürmen oder den Arbeitgeber zu drängen, Ihnen schnellstmöglich eine Rückmeldung zu geben.

Stattdessen sollten Sie sich höflich für die Einladung und das interessante Gespräch bedanken und sich freundlich von allen Anwesenden verabschieden. Es ist auch akzeptabel, höflich zu fragen, wann Sie mit einer Antwort rechnen können und wie der weitere Prozess abläuft, um noch einmal Ihr Interesse an der Position zu bekunden.

12. Beim Follow-Up scheitern

Ein paar Wochen nach dem Vorstellungsgespräch dürfen Sie sich ruhig nach dem aktuellen Stand des Bewerbungsprozesses erkundigen. Tatsächlich kann es sogar vorteilhaft sein, da Unternehmen gezielt auf Kandidat*innen achten, die durch ein Follow-Up Interesse und Engagement zeigen. Eine Studie ergab, dass 19 % der Befragten es als Fehler ansehen, kein Follow-Up zu senden.

Allerdings sollten Sie bei Ihrem Follow-Up stets professionell und höflich bleiben. Aggressives Drängen auf eine Entscheidung oder der Aufbau von Druck ist ein No-Go für 23 % der Befragten. Vermeiden Sie es auch, auf Ihre anderen Optionen hinzuweisen oder gar mit negativen Onlinerezensionen zu drohen.

Fazit

Es gibt so einige Fehler, die man im Bewerbungsgespräch machen kann. Jetzt wissen Sie, was beim künftigen Arbeitgeber nicht gut ankommt und worauf Sie dementsprechend achten sollten. Sicher haben Sie schon festgestellt, dass das Bewerbungsgespräch ein anspruchsvoller Balanceakt ist, bei dem es darum geht, zwischen Dominanz und Schüchternheit sowie zwischen Desinteresse und Übereifer das richtige Maß zu finden. Letztendlich ist es jedoch entscheidend, dass Sie authentisch bleiben und sich so zeigen, wie Sie wirklich sind. Schließlich möchte der Personalverantwortliche herausfinden, ob Sie zum Unternehmen passen. Neben den fachlichen Fähigkeiten sind daher auch Soft-Skills von großer Bedeutung.

Extratipp: Versteifen Sie sich nicht auf ein Unternehmen, sondern bewerben Sie sich auf mehrere Stellen. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn es nicht gleich klappt. Vertrauen Sie darauf, dass Sie das Unternehmen finden, das wirklich zu Ihnen passt. So können Sie sicherstellen, dass Sie langfristig in einem Job arbeiten, der Ihren Fähigkeiten und Ihrer Persönlichkeit entspricht.

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