Handwerkermangel – Wir können von Frankreich lernen

Handwerkermangel – Wir können von Frankreich lernen

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Fast täglich haben wir bei PersonalKampagne.de mit Handwerksbetrieben zu tun. Durch die Bank hören wir sie klagen, denn der Handwerkermangel betrifft sie alle. Sie finden keine bereits ausgebildeten Fachkräfte, von ausreichend Ausbildungswilligen ganz zu schweigen. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks fehlen deutschlandweit rund 250.000 Fachkräfte allein im Handwerk. Wer eine Lösung sucht, für den lohnt es sich, einen Blick nach Frankreich zu werfen. Dort geht die Zahl der Auszubildenden rasant nach oben.

Ein falsches Bild vom Handwerk

Handwerkermangel ist kein rein deutsches Phänomen. Weltweit wollen immer weniger im Handwerk arbeiten, folglich gibt es eigentlich kein Land mehr, welches nicht ebenso von Handwerkermangel betroffen ist wie Deutschland. Nimmt man China aus, wo junge Menschen schlichtweg zu einer Ausbildung im Handwerk gezwungen werden, was in einem demokratischen Land glücklicherweise nicht möglich ist, so läuft es nirgendwo wirklich gut.

Jedes Land geht etwas anders damit um, und es zeigen sich überall ähnliche Probleme. Handwerk gilt als rückständig, wenig karriereorientiert und körperlich sehr anstrengend. Lassen Sie uns kurz auf die einzelnen Punkte eingehen:

  • Letzteres lässt sich nicht wegdiskutieren, das Handwerk verlangt mehr körperlichen Einsatz, als ein Bürojob, der darin besteht, den ganzen Tag auf dem Stuhl zu sitzen. Allerdings sollte man sich ernsthaft die Frage stellen, was denn für unseren Körper gesünder ist? Sind wir dafür geboren, den ganzen Tag nur zu sitzen oder sollten wir uns wieder mehr bewegen? Wirklich schwere Aufgaben können heute auch im Handwerk von Maschinen erledigt werden.
  • Wer Karriere machen möchte, der kann das auch im Handwerk tun. Einerseits sind Jobs im Handwerk mittlerweile alles andere als schlecht bezahlt. Denn wer heute noch nur sehr gering vergütet, der findet absolut niemanden mehr, der bei einem arbeiten möchte. Andererseits hat man als ausgebildeter Handwerker in der Tat etwas gelernt. Mit diesen Fähigkeiten und dem deutschen Ausbildungssystem in der Hinterhand ist man international hoch geschätzt. Einer Karriere steht also nichts im Weg.
  • Die Zeiten, in denen das Handwerk ausschließlich auch klassische „Handarbeit“ war, sind heute vorbei. Natürlich gibt es sie noch, jene kleinen Betriebe, die wirklich alles von Hand erledigen. Wer aber High Tech haben möchte, der findet sie auch im Handwerk. Es helfen Roboter bei den Arbeiten oder innovative Software bei den Berechnungen. Nichts was es nicht auch im Handwerk gibt.

Handwerk – Garantie für ein zufriedeneres Leben

Man merkt es, ich möchte hier gerade eine Lanze für das Handwerk brechen. Das wichtigste Argument habe ich aber noch gar nicht angebracht. Denn was das Handwerk auszeichnet ist, dass man sein von Hand geschaffenes Werk bestaunen kann. Wer das Erreichte sieht, der sieht auch einen Sinn in seiner/ ihrer Arbeit. Genau das ist der Unterschied, der es ausmacht. Viele verstehen den Sinn ihrer Tätigkeit nicht mehr. Laut einer Umfrage der Innungskrankenkasse IKK classic ist das im Handwerk aber ganz anders, denn hier erachten 92 Prozent der HandwerkerInnen ihre Arbeit als sinnstiftend.

Im Gegensatz dazu zeigt es sich, dass es gerade jene begehrten Bürojobs sind, die von den Arbeitenden selbst zum Teil als überflüssig erachtet werden. Wer einen Sinn in seiner Arbeit sieht, der ist auch glücklicher und zufriedener. Wer bereits im Beruf glücklich und zufrieden ist, der schafft das zu Hause auch. Und ganz ehrlich… kein Geld der Welt schlägt Glück und Zufriedenheit. Leider braucht es für diese Erkenntnis etwas Weitblick, welcher (ohne Vorwurf) bei jungen Menschen direkt nach der Schule oft noch nicht ausreichend vorhanden ist.

Auf die Werte kommt es an

Es sind in der Tat die Franzosen und Französinnen, die diesen Weitblick und den Sinn für das Sinnstiftende zu haben scheinen. Keine Frage, auch in Frankreich gibt es einen gravierenden Handwerkermangel, man muss es nicht schön reden. Allerdings zeichnet sich dort eine Trendwende ab. So stiegen im Jahr 2021 die Zahl der Auszubildenden um 40% (!!!). Wie schafft man das in Frankreich und lässt sich das auch auf Deutschland übertragen?

Gewiss spiegelt sich in dem Anstieg wahrscheinlich ein gewisser Aufholeffekt nach den Pandemiejahren wieder. Der wird aber auch nicht größer sein als hierzulande und mit solchen Zahlen kann man in Deutschland definitiv nicht glänzen.

Tatsächlich ist die Zufriedenheit ein großes Thema. Man hat es in Frankreich geschafft, dem Handwerk wieder ein positives Image zu geben. Insbesondere bei Menschen mit höherem Bildungsabschluss ist das Handwerk wieder begehrt. Es ergibt wieder “Sinn“, ins Handwerk zu gehen und eine Ausbildung anzufangen.

Der Staat hilft nach

Man hat seitens des Staates bei unseren Nachbarn einiges getan, um eine Ausbildung wieder attraktiver zu machen. Zuallererst werden Betriebe mit reichlich Geld unterstützt, wenn Sie Menschen eine Ausbildung ermöglichen. Bei kleinen und mittleren Betrieben bis 250 Beschäftigten sind diese Beihilfen von bis zu 8.000 € pro Auszubildenden im ersten Lehrjahr sogar ohne Bedingungen abrufbar. Das Bürokratiemonster wird also umgangen, was das Programm zu einem Erfolg macht. Wie lange diese Hilfen noch Bestand haben werden ist allerdings noch nicht bekannt.

Dass  die Altersgrenze für eine Ausbildung auf 30 Jahre angehoben wurde, hat zudem die Zahl der „Spätentschlossenen“ gesteigert . In Deutschland spielt das jedoch eher eine untergeordnete Rolle, da es für die Ausbildung keine Altersgrenze gibt. Lediglich BaföG kann man nur bis zum 45sten Lebensjahr beantragen.

Es sind letztendlich 3 Dinge, mit denen man dem Handwerkermangel in Frankreich zu Leibe gerückt ist:

  1. Ein besseres Image für das Handwerk
  2. Staatliche Unterstützung für die Ausbildung
  3. Maximales Alter für eine Ausbildung auf 30 Jahre angehoben

 

Somit wurde die Zahl der Willigen erhöht und anschließend es auch ermöglicht, dass sie ihre Ausbildung absolvieren konnten. Insbesondere „Ältere“ wurden so über eine Ausbildung nach dem Studium akquiriert. Denn wenn man in seiner Arbeit wieder einen Sinn sieht, dann macht man sie auch gerne.

Es ist nicht so, dass in Deutschland nichts passiert – ganz im Gegenteil. Seit Jahren versucht man auch hierzulande mit aufwendigen und guten Image-Kampagnen die Bereitschaft für eine Ausbildung im Handwerk zu erhöhen. Leider nicht mit dem selben Erfolg wie in Frankreich.

 

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